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Email: Michael Perlitschke

Page-Update: 05 Oktober 2005



Jackson - Yellowstone National Park - West Yellowstone


Die rote Linie markiert die abgefahrene Strecke und der eingezeichnete Blaue Punkt das Motel/Hotel für die Übernachtung ! Um die komplette Übersichtskarte mit dem koml. Streckenverlauf anzuzeigen, einfach oben auf die Karte klicken !

Donnerstag, der 12.05.2005:
Das Hotel in Jackson war toll und wir beschlossen nach dem Aufstehen und dem obligatorischen Blick nach draussen diesen Tag ruhig angehen zu lassen. Denn das Tiefdruckgebiet hatte uns nun auch am dritten Tag hintereinander fest im Griff. Der
Wetter-Channel war aber für den morgen kommenden Freitag positiver gestimmt. Also war unser primäres Bestreben die Strecke von Jackson zum Yellowstone National Park ganz ruhig abzumetern, denn bei diesem Wetter verpassen wir nichts und wir langen auch gut in der Zeit und konnten uns das locker leisten. Nach einem anständigen "All you can eat" Frühstück in unserem schon gestern für gut befundenen Steakhouse, machten wir uns auf die Socken und verliessen das schöne Jackson rel. spät gegen 10:30 Uhr.

Die fahrt führte uns auf den Highway 32 Richtung Norden, welcher dann in den Highway 20 mündete. Alles in allem wenig späktakulär und sehr ländlich angehaucht. Wir fuhren an einigen kleineren Ortschaften/Siedlungen vorbei und hatten dabei, das allererste mal, das Gefühl wirklich im Herzen der USA zu sein. Es wimmelte nur so von landwirtschaftlichen Betrieben was allerdings auf die Strecke umgemünzt nur eine extrem dünne Besiedelung ergab. Das meiste an Land war nunmal reine Nutzfläche auf der alles mögliche angebaut und abgeerntet wird.

Nach 4 Stunden erreichten wir dann endlich West Yellowstone, eine kleine Ortschaft direkt vor dem Westeingang des Yellowstone National Parks. In West Yellowstone suchten wir gegen 15:30 Uhr schonmal ein Schlafplatz für die Nacht und fanden nach kurzer Suche ein kleines schönes Motel welches sich noch in Familienbesitz befand ( also keines der grossen teuren Ketten ) und buchten uns für moderate 55 US$ ein vergleichsweise grossen Motelzimmer; keine 5 Fahrminuten vom Westeingang des Yellowstone NP entfernt. Nachdem die Zimmerfrage geklärt war und es draussen noch min. 4 Stunden Tageslicht herrschen würde, beschlossen wir spontan diese Zeit für einen kleinen Erkundungstripp in den Park hinein zu nutzen.

Erste Erkundungstour im Yellowstone National Park:
Das Wetter war wie oben schon angesprochen nicht sonderlich schön, aber nicht so schlecht das es uns diesen Tripp hätte ausreden können. Es war draussen allerdings Bitterkalt ( um den Gefriehrpunkt ) und mitunter fiel sogar leichter Schnee, wobei die Schneeschmelze zu dieser Jahreszeit im Yellowstone National Partk in vollen gange war und sich der Park mit grossen Schritten auf den Frühling und kurzen Sommer vorbereitete.

       

Nachdem wir den Parkeingang passierten, bekamen wir von den Rangern Kartenmaterial und eine Yellowstone-Zeitung in der auch stand wann welche Strassen wieder für den Tourismus geöffnet werden und befahrbar sind. Mitte Mai ist für den Yellowstone Park sehr früh, dass heisst erst jetzt lassen sich einige Bereiche problemlos befahren. Zu Park selbst kommen mehr Informationen auf der nächsten Page dieses Reisetagebuches, nur soviel an dieser Stelle:

Die südliche Route -am noch komplett zugefohrenen Yellowstone-Lake- war komplett freigegeben, sodass man im Kreis fahren konnte. Die nördliche Kreis-Route war stellenweise noch wegen Schnee gesperrt.

Also beschlossen wir, uns der freien Route auch für den morgen anstehenden Freitag intensiv zu widmen. Da das Gebiet sehr gross ist und man auch einiges an Zeit für alles benötigt ( ein paar Tage sind da sicherlich das absolute Minimum ! ) fuhren wir heute als grobe Erkundungstour mit einigen Stopps erstmal vom West Entrance gegen den Uhrzeigersinn bis zum ca. 60km entfernten Old Faithful. Mehr Einzelheiten zu den Besonderheiten sind auf der Tag 13 Page zu finden. Hier nur noch ein paar zusätzliche Schnappschüsse, welche wir bei diesem ersten Erkundungstripp tätigten...

Hintergründe des Yellowstone National Parks -die tickende Bombe des gefährlichsten Supervulkans-:
Gigantisches bahnt sich an. Ein Vulkan erwacht zum Leben, beginnt zu atmen. Druck baut sich unter der Erdoberfläche auf. Dort brodelt eine tausend Grad heiße Höllenglut, nur durch eine dünne Lage brüchiger Erdkruste von der Außenwelt getrennt.

Wie ein rostzerfressener Deckel auf einem überhitzten Drucktopf hält die dünne Kruste dem ständig wachsenden Druck nur mühsam stand - wie lange noch? Das, was passiert, wenn der Druck zu groß wird und schließlich den Deckel wegsprengt, dürfte alles, was Menschen an Naturkastrophen bisher erlebt haben, in den Schatten stellen.

Schon morgen könnte ein Knall die Welt erschüttern, eine gigantische Aschewolke die Sonne verdunkeln.

Dies ist kein Horrorszenario aus Hollywood, sondern die Realität. Das Vulkanmonster befindet sich in den USA: Unter dem Yellowstone Nationalpark im Grenzland zwischen den Bundesstaaten Wyoming, Montana und Idaho liegt eine riesige Blase glutflüssigen Gesteins, die sich ständig durch weiter hochdrängendes Magma aus dem Erdinneren vergrößert.

Meterdicke, verhärtete Ascheschichten erzählen Geologen die Geschichte: Vor etwa zwei Millionen Jahren explodierte das Yellowstone-Vulkanmonster zum ersten Mal.

Die zweite Eruption fand vor 1,3 Millionen Jahren statt. Der bisher letzte Ausbruch ereignete sich schließlich vor 630.000 Jahren und riss eine Narbe von unglaublichen Ausmaßen in die Erdoberfläche, die sogenannte Caldera. Dieser mit einer Länge von 75 Kilometern und einer Breite von 35 Kilometern gigantische Krater ist nur aus dem Flugzeug oder auf Satellitenbildern zu entdecken.

Der Ausbruch eines solchen Supervulkans unterscheidet sich stark von "normalen" Vulkanausbrüchen. Es gibt keinen Vulkankegel, der über der Ausbruchsstelle steht. Es tritt keine Lava aus, die sich in träge dahinfließenden Strömen, wie von Hawaii oder von Island bekannt, zu Tal wälzt.

Explosiver Ausbruch: Eher vergleichbar sind solche Ausbrüche mit der Explosion des Mt. St. Helens im Jahr 1980, bei dem eine Flanke des Vulkans weggesprengt wurde. Aber im Vergleich dazu war die letzte Explosion des Yellowstone-Supervulkans etwa zehntausend Mal stärker. Die Gewalt, die hinter einer solchen Eruption steckt, steht auf einer Stufe mit dem Einschlag eines Asteroiden auf der Erde.

Wenn Magma, die flüssige, heiße Gesteinsmasse, aus der Tiefe der Erde emporsteigt und sich unter der Erdoberfläche staut, kann sie durch ihre große Hitze das angrenzende Gestein aufschmelzen.

In einer Art Schneeballeffekt vergrößert sich das Volumen der glutflüssigen Masse. Ständig drängt weiteres Magma aus der Tiefe nach. Gleichzeitig werden große Mengen von Gas aus dem flüssigen Gesteinsbrei auf dessen Weg nach oben freigesetzt. Wie in einem gigantischen Wasserkessel steigt der Druck in der unterirdischen Kammer immer weiter an.

Vergleiche mit Geländevermessungen aus dem Jahr 1923 haben ergeben, dass der Boden im Yellowstone Park in Bewegung ist. Bis 1984 war er um 7,40 Meter angestiegen. Bis 1995 folgte eine Ruhepause, in der er wieder etwas absank. Seitdem steigt die Geländeoberfläche aber wieder beständig unter dem Druck aus der Tiefe an. Zurzeit jedes Jahr um etwa zwei Zentimeter.

       

Und was passiert dann?

Die Gesteinsschichten, die sozusagen den Deckel des unterirdischen Drucktopfes bilden, wölben sich immer stärker auf. Irgendwann wird die Belastung so groß, dass rings um die Magmakammer herum Spalten aufreißen. Wie aus einer zu stark geschüttelten Champagnerflasche schießen flüssige Lava und Gase unter hohem Druck durch die Risse und Spalten heraus.

Jetzt bricht das Inferno los: Innerhalb kürzester Zeit entläd sich der gigantische Druck und bläst den Inhalt der Magmakammer Kilometer hoch in die Atmosphäre. Diese Explosion ist so stark, dass der Knall, der dabei entsteht, überall auf der Welt zu hören sein wird.

Die glühend heiße Wolke aus fein zerstäubtem, flüssigem Gestein wird bis in die äußeren Schichten der Luftschicht aufsteigen und als kalter, grauer Staub in der Atmosphäre die Erde über Monate oder Jahre verdunkeln. Beim letzten Ausbruch des Yellowstone-Vulkans vor 630.000 Jahren flogen fast tausend Kubikkilometer glutflüssiges Material in die Luft -Tausend Kubikkilometer: die fünfzigfache Menge des Bodensee-Inhalts.

Unterirdischer Magmasee: Geophysikalische Messungen zeigen die beängstigenden Ausmaße, auf die die unterirdische Magmakammer jetzt schon wieder angewachsen ist: Sie ist etwa 40 bis 50 Kilometer lang, ca. 20 Kilometer breit und hat eine Dicke von rund 10 Kilometern. Das bedeutet, dass fast die Hälfte der gesamten Fläche des Yellowstone-Nationalparks der Deckel auf dem Pulverfass ist.

Schon einmal hat vermutlich der Ausbruch eines Supervulkans die Menschheit beinahe zum Aussterben gebracht. Als vor 74.000 Jahren im heutigen Indonesien auf der Insel Sumatra ein anderes Vulkanmonster, der Toba, explodierte, wurde fast die gesamte Weltbevölkerung ausgelöscht. Genetische Untersuchungen zeigen, dass nach der Katastrophe vielleicht 5.000 bis 10.000 Menschen weltweit überlebten.

         

Der bisher schwerste Vulkanausbruch in jüngerer Zeit war die Eruption des Tambora in Indonesien im Jahr 1815. Seine Aschewolken in der Atmosphäre ließen in Europa die Durchschnittstemperaturen um 2,5 Grad Celsius sinken. Im Sommer des Jahres 1816 fiel in den USA Schnee. Die Jahre bis 1819 gingen als die kältesten bisher registrierten in die Klimageschichte ein. Aber der Yellowstone-Ausbruch würde dieses Ereignis weit in den Schatten stellen.

Der Yellowstone-Vulkan steht unter Beobachtung. Alle Bewegungen der Erdkruste werden genauestens vermessen. Alle Erdbeben in der Region werden registriert, die Menge und Temperaturen der überall dort zu Tage tretenden Gase und heißen Quellen überwacht. Damit, so hoffen die Forscher, können rechtzeitig Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch identifiziert werden.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Uhr im Yellowstone Park noch ein paar tausend Jahre weiter tickt.

Zurück nach West Yellowstone:
Obwohl wir den Park heute nur kurz angerissen hatten, wurde uns die unglaubliche Schönheit aber auch schlafende brutale Gewalt dieses aktiven Vulkanmonstrums sehr bewusst. Es brodelte; köchelte und zischte dort fast überall und vor dem Hintergrund, das nur eine vergleichsweise dünne Erdkruste uns und die sehr beeindruckende Tier/Pfanzenwelt schützte, war es fast ein religiöses Erlebnis.

       

   

Man fühlt sich klein; unbedeutend und weiss genau, das man nur Spielball der gigantischen Natur ist, welche einem innerhalb von wenigen Sekunden in fetzen reissen und die Welt so wie wir sie kennen und lieben, vernichten könnte. UNGLAUBLICH ! Yellowstone ist ein Erlebnis der besonderen Art und stellt meines erachtens selbst den beeindruckenden Grand Canyon locker in den Schatten. Gegen 19 Uhr verliessen wir wieder den Park und waren beeindruckt und freuten uns auf auf morgen. Denn dann wollten wir uns zumindest den südlichen Ring bei hoffentlich besseren Wetter intensiver anschauen und waren auch sehr froh das sich zu dieser Jahreszeit nur rel. wenig Menschen in den Park trauten...

 

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