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© 1997-2004 by M.Perlitschke
Email: Michael Perlitschke

Page-Update: 02 Jan. 2004



Hatch - Bryce Canyon - Highway 12 - Torrey

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Heute "Dienstag" führt uns unsere Rundreise zum Bryce-Canon und den Highway Nummer 12:
Nach dem gestrigen rel. anstrengenden Tag, haben wir uns heute Bewegung und Natur-Pur verordnet. D.h. wie wollen uns den bildhüschen Bryce-Canyon heute in aller Ruhe näher anschauen und die Sinne und Tag mit dem Highway Nummer 12 kröhnen .

Bryce-Canyon:
Nachdem wir in aller Früh in unserere Blockhütte gegen 07:30 aufgestanden sind und draussen die Sonne aufgeht und unser mittlerweile fest zugefrohrenes Auto langsam aber sicher auftaut, sitzen wir keine 30 Minuten später im angrenzenden Restaurant um uns mit einem typisch amerikanischen Frühstück zu stärken und Pläne für den heutigen Dienstag zu schmieden. Wir haben kurzerhand beschlossen, heute den Bryce-Canyon intensiver zu erforschen und dort einen der schönen Wanderwege zu erschliessen um dann einige Stunden später den Tag über den Highway 12 in Richtung Capitol Reef National Park zu fahren. Der Plan war geschmiedet und nach dem Frühstück hiess es folgerichtig "Ceckout". Danach dann noch schnell das Auto mit unserem Gepäck beladen und die immernoch gefrohrenen Scheiben vom Eis der Nacht befreit. Mittlerweile merkte man aber schon die "Kraft" der Sonne und es war klar, das dieser Tag wieder wie einer aus dem Bilderbuch sein würde.

Also rein ins Auto und und ca. 20-25 Kilometer bis zum Bryce-Canyon gefahren. Schon auf dem Weg dorthin, sah man die typischen Felsformationen und der Parkeingang liess dann auch nicht mehr lange auf sich warten.

Viele der Naturwunder in Arizona und Utah den kleinen Menschen durch ihre Grossartikeit - dieser Nationalpark ist anheimelnd, intim. Das mag an seiner Grösse liegen: Mit nur 145 km2 Fläche ist Bryce-Canon einer der kleinsten Nationalparks der USA - und birgt doch eine unglaubliche Vielfalt farbenprächtiger Felsformationen. Tausende von filigranen Steinsäulen und schmalen Schluchten hat die Erosion in den letzten 13 Millionen Jahren aus dem Sandstein des Paunsaugunt Plateaus gewaschen. Der indianische Name "Paunsaugunt heisst <Heim des Bibers> - weist darauf hin, dass in diesem ochgelegenen, kühlen Gebiet viele Wildtiere leben. Ein echter Canyon ist das nach einem mormonischen Siedler benannte Felslayrinth übrigens nicht, eher ein Abbruch des Hochplateaus.
Vom Visitor Center am Nordende des Parks führt ein eine knapp 30km lange Stichstrasse den Rand des
Steilhangs entlang, vorbei an zahlreichen Aussichtspunkten, bis zum südlichsten Punkt, dem Rainbow Point. Doch den Park nur von der Strasse aus zu erleben, wäre eine Sünde: Hier muss man wandern. Entweder auf den kürzeren Trails im Bryce Amphitheather zwischen Bryce Point und Inspiration Point, oder einige Tage auf dem rund 35km langen Under the Rim Trail.

Da Anja und ich aber nur einen Tag im Bryce-Canyon eingeplant hatten, beschlossen wir, den Fairland-Trail am Sunrise-Point ( einer der ersten Punkte im Bryce-Canyon NP ) bis zum 5.5 Milen ( 9.5 km ) entfernten Faryland Point soweit wir es konditionell schaffen abzuwandern. Eine der Zwischenstationen war die ca. 3,5 Kilometer entfernte Tower-Bridge. Wir starteten also am Sunrise-Point und stiegen Schritt für Schritt hinab in den Bryce-Canon. Anfangs war es noch ein wenig Kühl, aber je weiter wir abstiegen desto wärmer wurde es. Also erstklassiges Wanderwetter ! Der Abstieg war Irrsinn; es ging vorbei an den bizarrsten Felsformationen welche alle irgendwie "wakelig" und wenig vertraueneinflössend aussahen. Immer weiter hinab. Irgendwann nach ca. 1 Stunde strammen wanderns kamen wir dann unten im Canyon an und von dem ersten Etappenziel der Tower-Bridge war weit und breit nichts zu sehen. Unterwegs kamen uns nur 2 Wanderpärchen entgegen, die schon ziemlich fertig aussahen. Ich stoppte desöfteren ( da gab es soviel tolle Ecken das man hätte alle 60 Sekunden innehalten müssen ) und nach ca. 1 1/2 Stunden erreichten wir dann leicht angeschlagen die Tower-Bridge ! Wir hatten also die ersten 1.5 Milen geschafft und waren schon jetzt leicht ausgepumpt, und es ging den ganzen Weg fast nur stramm Bergab. Der Blick von dort "unten" war allerdings gigantisch und raubte einem fast den Atmen, wobei dann natürlich der Gedanke auf kam, dass man auch wieder den kompletten Weg "raufzuwandern" hat was deutlich anstrengender sein würde.



Von diesem Punkt aus ist es nochmal 4 Milen bis zum Fairyland Point, sodass Anja und ich beschlossen hier erstmal Rast zu machen um danach zu beschliessen weiterzugehen oder den Weg zurück anzutreten. Wir haben uns für die einzig richtige Alternative entschieden und an der Tower-Bridge kurzerhand
beschlossen, das wir nun den beschwerlichen Weg wieder zurück rauf zum Rand des Canyons machen sollten. Grund: Wir wollten natürlich noch die ca. 30 Kilometer lange Stichstrasse ins Herz des Bryce-Canyons mit allen seinen tollen Viewpoints besuchen und der Highway 12 wartete auch noch auf uns...smile...
Nach 2 1/2 Stunden kamen wir pustend und total ausgepumpt wieder an unserem Startpunkt der Wanderung an. War waren somit ca. 4 Stunden unterwegs gewesen und glücklich es zurück geschafft zu haben. Aber es hatte sich ganz klar gelohnt, denn nur mit einer Wanderung kann man die Wahre Schönheit des Bryce-Canyons auch nur annähernd erfassen. Eine interessante Idee wäre es sicherlich auch gewesen mittels Maultieren in den Canyon und zurück zu reiten, denn es wurden dort auch entsprechende Touren angeboten. Nunja, vielleicht das nächste mal !

In direkter Nähe des Sunrise-Points machten wir eine Toilettenpause und assen zur Stärkung ein paar Sandwitches um dann über die Stichstrasse ins Herz des Bryce-Canyons alle lohnenswerten Viewpoints bis hin zum südlichsten dem "Rainbow Point" abzufahren. Wahnsinn ! Meiner Meinung nach ist Bryce eine der schönsten National Parks der USA. Nachdem wir nun alles interessante gesehen hatten fuhren wir wieder die 30km zurück Richtung Park-Ausgang auf den Highway Nummer 12 ( von dem wir westlich kamen ) Richtung Südosten.



Highway 12 -die Canyonroute-:
Wenn es einen Preis gäbe für die "steinreichste" Route im Südwesten, so müsste man ihn dem Highway 12 verleihen. Vom Bryce-Canyon im Westen verläuft die gut 200km lange Panoramastrecke bis zum Capitol Reef National Park im Osten - teilweise wurde die Strasse sogar direkt auf den nackten Fels verlegt. Entlang des Weges reihen sich Schluchten und bizarre Felsformationen, kleine State Parks, wie etwas Kodachrome Basin, und verschlafene Mormonendörfer wie Escalante aneinander. Immer wieder bieten sich weite Blicke über das steinerne Meer des Colorado Plateaus - eine Route, die tief druchs Herz des Felsenlandes führt. Nur einmal, am Boulder Mountain, schwingt sich die Strasse in grüne, kühle Höhen auf und überquert den Berg auf fast 3000 Metern Höhe. Unser Ziel war kurz vor dem Capitol Reef National Park das verschlafene Nest namens "Torrey". Hier neigte sich dann auch unser vierte Tag der Reise dem Ende.

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